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Gedicht

Lyrik heißt das Gesungene.
Sie klingt mit ihren Bildern.

Kois

Rubine schwimmen schwer und trübe
malen, weben ihren Leinwandteich
im Algengrund des Gartens
den chinesischen Palast

Von schmalen Stegen rufen Kinder
zeigen lachend zarte Finger
hinab, auf breite Leiber
silberbunt gescheckt

Vulkangespuckte Statuetten
ragen altgemacht nach oben
zerklüftet und wie hohe Türme
bewachen sie die scheue Schar
verstecken die Juwelenhaut
vor aufdringlichen Linsen

Manche werfen brotne Brocken
locken sie trotz Schildern hoch
--der Schimmel setzt sich unten ab
vergiftet das wohlfeile Gefängnis

Noch sind die Kois zufrieden
im Treiben faul genug, und
anders als der Menschenrest
immun für eitle Posen
immun gegen
die Pfeile der Bewunderung.

 

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